Anhang 2: Hilfreiche Bücher zum Johannesevangelium - kurz charakterisiert

Allgemeines: In unserem Jahrhundert sind überaus viele Spezialarbeiten zum Johannesevangelium in vielen Ländern der Welt erschienen. Selbst der Forscher kann die Zeitschriftenartikel, Monographien und Kommentare nicht mehr lückenlos verarbeiten.

Im Laufe der Zeit haben sich einige Monographien als sehr wichtig herauskristallisiert. Sie werden in den Kommentaren zum Johannesevangelium genannt.
Kommentare: Für Studierende und Lehrende war der Johanneskommentar bis ans Ende der 60ger Jahre der von Rudolf Bultmann aus dem Jahre 1941. Er ist heute für die Forschung noch wichtig, aber hauptsächlich im Universitätsbereich. Bultmanns Herleitung des Johannesevangeliums aus der Gnosis ist heutzutage weitgehend aufgegeben worden. Die Bedeutung des Alten Testamentes für die Auslegung des Vierten Evangeliums - von Bultmann nahezu vollkommen vernachlässigt - ist stärker in den Blick gerückt. Empfehlenswert ist Bultmanns Kommentar unbedingt für alle, die Griechisch-Kenntnisse haben.
Mit der Öffnung der katholischen Kirche durch das Konzil kam in den 60ger Jahren Bewegung in die katholische neutestamentliche Forschung. Zwei hervorragende und umfangreiche Werke sind erschienen: das von Rudolf Schnackenburg - drei Bände zum Johannesevangelium und ein Ergänzungsband - und das von Josef Blank in der Reihe Geistliche Schriftlesung - vier Bände Auslegung und Meditation. Wer genaue Information zu Einzelfragen sucht, sollte zu Schnackenburgs Kommentar greifen. Für besonders wichtig halte ich Schnackenburgs Überlegungen "Zur Gegenwartsbedeutung des Johannesevangeliums" im dritten Teil seines Werkes S. 465-70.
Wer die Verbindung von Johannesevangelium und heutiger Zeit sucht, sollte Blank konsultieren. Auf evangelischer Seite sind keine ebenbürtigen Werke erschienen: Der Kommentar von Siegfried Schulz in der Reihe "Das Neue Testament Deutsch" ist sehr kurz, der von Jürgen Becker in der Reihe "Ökumenischer Taschenbuchkommentar zum Neuen Testament" ist viel ausführlicher, gut zur Information über bestimmte Stellen, aber weitgehend trockene Wissenschaft.
Besonders hinweisen möchte ich auf zwei neue evangelische Kommentare: In der Reihe „Das Neue Testament Deutsch IV“ hat U. Wilckens „Das Evangelium des Johannes“ eine gut lesbare und kurze Auslegung des Johannesevangeliums vorgelegt. Eine besondere Gewichtung des jüdischen Hintergrundes für das Vierte Evangelium hat vor kurzem Klaus Wengst vorgenommen im Theol. Kommentar zum Neuen Testament, Das Johannesevangelium Bd. 1: Kapitel 1-10, Band 2; Kapitel 11-21. Empfehlenswert, wenn auch sehr einseitig! (Siehe meine Rezension auf dieser homepage unter „Für Wissenschaftler“)
http://www.evangelium-johannes.de/je7/de/node/211
Chr. Dietzfelbinger: Das Evangelium nach Johannes. 2001, sehr empfehlenswert.
Ich möchte hier nicht alle Kommentare aufführen, sondern nur die, mit denen man sachlich oder theologisch weiterarbeiten kann. Sehr anregend sind viele Spezialarbeiten, deutsche und ausländische, aber über sie wird in den Kommentaren informiert.
Bibliographie: (Vergleiche auch die Hinweise KOMMENTARE auf der extra Seite)
Rudolf Bultmann: Das Evangelium des Johannes, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1964
Rudolf Schnackenburg: Das Johannesevangelium, Herder, Freiburg.Basel.Wien 1971.72.75
http://www.evangelium-johannes.de/je7/de/node/212
Josef Blank: Das Evangelium nach Johannes, Patmos, Düsseldorf 1981
Siegfried Schulz: Das Evangelium nach Johannes, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1972
Jürgen Becker: Das Evangelium nach Johannes, Gütersloher Verlagshaus/Echter Verlag 1979.81
Neuerdings kann man auch den sehr guten Kommentar von C. Dietzfelbinger hinzuziehen. Sie finden eine Rezension auf dieser homepage.
http://www.evangelium-johannes.de/je7/de/node/210
Eine Rezension von 'Das Evangelium nach Johannes, Kapitel 1-12' (903 S.) 2009
(Übersetzt und erklärt von Michael Theobald) finden Sie jetzt auf dieser homepage.
http://www.evangelium-johannes.de/je7/de/node/238