Genaue Inhaltsangabe meines Buches JOCHANAN

 

Inhalt der Ges. Aufsätze s. http://www.evangelium-johannes.de/je7/de/node/55

 

Genaue Inhaltsangabe des Buches JOCHANAN
von Günter Reim

Teil 1
Teil 2

INHALTSVERZEICHNIS:
Teil 1, S. 1-316:
1. Die alttestamentlichen Zitate bei Johannes

2. Die Benutzung des AT im Johev, abgesehen von den Zitaten

3. Die Benutzung der Apokrypha 1 im Johev

4. Der atl. Hintergrund im Johev und die Tradition

5. Untersuchungen über den Sprachhintergrund des Johev auf Grund der atl. Zitate, der Anspielungen auf das AT und des Sprachschatzes

6. Anhang: Gedanken zur Komposition 2 des Johev auf Grund der Untersuchungen zum atl. Hintergrund des Johev

7. Die atl. Grundlage der eigenständigen Christologie 3 des Johev

8. Anhang A: Typologie 4 im Johev - Grenzen und Möglichkeit

9. Anhang B: Die Bedeutung des AT für Bultmanns Johanneskommentar

10. Schlussbemerkungen

11. Literaturverzeichnis

12. Register der Stellen und Autoren.

INHALTSVERZEICHNIS von JOCHANAN Teil 2:
(mit Zusammenfassung)
S. 317-576 

1. Joh 9 -Tradition und zeitgenössische messianische Diskussion  (BZ NF 1978, 247-53) JOCHANAN S. 321-330
(Ich versuche, die in Joh 9 enthaltene Quelle aus der vorjohanneischen Tradition zu rekonstruieren und die Absicht aufzuzeigen, in der Johannes diese Quelle im Hinblick auf seine eigene Gemeindesituation hin umgestaltet hat. Jesus wird als Erfüller der alten jüdischen und samaritanischen Schilo 5 -Verheißung (Gen 49,8-12) gesehen.)

2. Johev und Synagogengottesdienst - eine Beobachtung (BZ NF 1983 ,101) JOCHANAN S.331-333
(Ein sehr kleiner, mir überaus wichtiger Artikel von nur einer Seite Länge, der nachweist, dass Johannes mit dem jüdischen Lesungsjahr 6 in seiner christlichen Gemeinde gelebt hat und es als in Christus erfüllt gesehen hat. Vergleiche Bild 10: die alte Lesungsordnung mit den Lesungen für den Beginn des jüdischen Lesungsjahres, auf die sich Johannes in Joh 9 bezieht.)

3. Targum und Johev (BZ NF 1983, 1-13) JOCHANAN S. 334-347
(Der Evangelist Johannes hat intensive Kenntnis targumischer 7 Interpretation und macht sie für sein Evangelium fruchtbar.)

4. Jesus as God in the Fourth Gospel - The Old Testament Background (NTS Vol. 30, 158-160) JOCHANAN S. 348-351
(Johannes bezeichnet Jesus in seinem Evangelium auf Grund von Überlegungen, die aus Targum Ps 45 stammen, als „Gott“, ohne den Monotheismus 8 des AT dadurch aufzuheben, wie ihn auch der zugrundeliegende Targum nicht aufheben wollte.)

5. Joh 8,44 - Gotteskinder/Teufelskinder. Wie antijudaistisch ist die "wohl antijudaistischste Äusserung des NT"? (NTS Vol.30 1984, 619-24) JOCHANAN S. 352-359
(Der Aufsatz zeigt anhand jüdischer Anschauungen über Kain und dessen Vater, was Jesus meint, wenn er einigen Juden, die ihn steinigen wollen, sagt, dass sie Kinder des Teufels sind.)

6. Nordreich-Südreich. Der Vierte Evangelist als Vertreter christlicher Nordreichstheologie (BZ NF 1992, 235-40) JOCHANAN S. 360-368
(Der Aufsatz versucht zu zeigen, dass Johannes Vertreter einer christlichen Nordreichstheologie ist, die - aus alten Feindschaften 9zwischen Südreich (Juda) und Nordreich herkommend - nichts von der Anknüpfung jüdischer Hoffnung an David weiss und die Bethlehemgeburt Jesu nicht akzeptiert.)

7. Späte Entdeckung. Ps 95 als Darstellungsprinzip für das Wirken des johanneischen Jesus (Erstveröffentlichung in JOCHANAN, 369-88)
(Erst in den letzten Jahren ist mir klar geworden, dass der Evangelist den Ps 95 10 intensiv genutzt hat - wie auch der Hebräerbrief das getan hat. Ich zeige auf, warum diese Entdeckung so lange gedauert hat und was sie bedeutet.)

8. Johannes 21 - ein Anhang? (Studies in NT Language and Text. Leiden 1976) JOCHANAN S. 389-396
(Ich bestreite in diesem Artikel vehement, dass Joh 21 ein „Anhang 11 “ ist und zeige auf, dass die im Evangelium enthaltenen Unstimmigkeiten - auch die in Joh 21 - daher stammen, dass der Evangelist Johannes sein Evangelium in zwei verschiedenen Zeitabschnitten geschrieben hat. Nach Erhalt neuen Materials, des „4. Synoptikers“, wie ich ihn nenne, hat Johannes seine Erstausgabe selber überarbeitet, sodass das gesamte Johannesevangelium von ihm stammt.)

9. John IV.44 - Crux or Clue? The Rejection of Jesus at Nazareth in Johannine Composition (NTS Vol. 22 1976, 476-80) JOCHANAN S. 397-401
(Durch synoptischen Vergleich 12zeige ich, dass der Evangelist Johannes die Geschichte von der Verwerfung Jesu in Nazareth (vgl. Mk 6,1ff par.) in ihren einzelnen Elementen an verschiedenen wichtigen Stellen seines Evangeliums benutzt hat, auch in 4,44, von R. E. Brown als „notorious crux“ bezeichnet. Diese „crux“ verwandelt sich zu einem Schlüssel für das Verständnis johanneischer Editionsarbeit.)

10. Probleme der Abschiedsreden (BZ NF 1976, 117-22) JOCHANAN S. 402-409
(Ich versuche zu zeigen, dass die Abschiedsreden, wie oft beobachtet, nicht aus einem Guss sind, weil Johannes eine Erstform dieser Reden in veränderter gemeindlicher Situation selbst umgestaltet hat.)

11. Zur Lokalisierung der johanneischen Gemeinde (BZ NF 1988, 72-86) JOCHANAN S. 410-424
(Parallel zu den Überlegungen von K. Wengst zu dem historischen Ort der johanneischen Gemeinde zeige ich anhand von Targumhintergrund des Johannesevangeliums, von theologischen Traditionen und Positionen aus Samaria 13, Qumran 14, der Täufergemeinde 15 , bei Justin, Philo 16und dem Barnabasbrief 17 sowie anhand von Ortskenntnis des Evangelisten, seiner Sprache und seiner soziologischen Situation, dass man den Evangelisten und seine Gemeinde(n) wohl etwa in der Gegend von Quazrin 18(Golan) ansetzen muss (vgl. Kartenskizze auf S. 368).

12. Paralleltraditionen zum Johev aus Justins Werken (Erstveröffentlichung in JOCHANAN, 487-534)
Dieser Artikel zeigt auf, dass sich bei Justin und im Johannesevangelium viele verwandte Traditionen und Anschauungen finden, die sich aber keineswegs als Abhängigkeit Justins vom Johannessevangelium verstehen lassen. Gerade die Unabhängigkeit Justins vom Vierten Evangelium hilft uns, dieses Evangelium in vieler Hinsicht besser zu verstehen.)

13. Der Augenzeuge - Tradition, Komposition und Interpretation im Johev (Erstveröffentlichung in JOCHANAN, 425-86)
(Dieser Artikel will aufzeigen, welche unterschiedlichen Materialien der Evangelist Johannes benutzt hat und wie er sein Evangelium komponiert hat. Klar werden soll, dass der Evangelist sein ältestes Material relativ spät aus der Gemeinde eines Augenzeugen des Todes Jesu erhalten hat. Dieses Material ist allerdings schon von der Gemeinde des Augenzeugen nach dessen Tod überarbeitet worden, ehe es in die Hände des Evangelisten gelangte. Den Augenzeugen sehe ich im Jünger Johannes, der im Unterschied zu Petrus nicht das Martyrium erlitten hat und in seiner Gemeinde/seinen Gemeinden lange wirken konnte - wenn auch nicht unangefochten von anderen Christen, die gerade das Martyrium hoch einschätzten. Der Evangelist (Johannes) ist also nicht mit dem Jünger Johannes identisch, sondern benutzt und kommentiert u.a. dessen sehr altes Material.)

S. 535-552 Stellen zum zweiten Teil des Buches

S. 554-555 Autoren aus dem zweiten Teil des Buches

 


 

 

[ 1]Mit diesem Begriff werden geistliche Schriften neben dem AT und NT bezeichnet, die nicht in die Liste der offiziell anerkannten Schriften der Bibel aufgenommen worden sind.

[ 2]Komposition bedeutet hier das Zusammenfügen von Evangelientexten verschiedener Herkunft und von Reden des Evangelisten Johannes zum Johannesevangelium.

[ 3]Christologie ist die Gesamtheit der Sichtweisen, mit denen man Jesus vom Alten Testament her gesehen hat. Zentrum christologischer Sprache bei Johannes ist das Sprechen vom „Sohn“ oder vom von Gott „Gesandten“, vom Messias oder vom Menschensohn...

[ 4]In der Typologie werden Parallelen zwischen Ereignissen des Alten und des Neuen Testamentes aufgezeigt. Eine berühmte Typologie des Johannesevangeliums ist die parallele Sicht der Erhöhung der Schlange in der Wüste unter Moses und die Erhöhung Jesu am Kreuz – beide Male zum Heil und Leben der Menschen, die glauben.

[ 5]Schilo wird ein Jerusalemer Bach genannt, der eine große Rolle beim Laubhüttenfest gespielt hat. Schilo ist aber gleichzeitig eine rätselhafte Bezeichnung eines Erlösers für die Völker der Welt in Gen 49,8-12, der Schilo-Verheißung. Für den Begriff gibt es mehrere Übersetzungen. Johannes leitet ihn von dem hebr. Wort schalach ab, das heißt senden. Jesus ist für Johannes vorzüglich der von Gott gesandte.

[ 6]Das jüdische Lesungsjahr beginnt im Herbst mit dem Fest Simchat Thora – dem Fest der Freude am Gesetz. Man hört mit dem Ende der Deuteronomium-Verlesung auf und beginnt sofort wieder mit dem Anfang der Bibel. Die beiden Bibellesungen des Anfangs können Sie in Bild 10 betrachten.

[ 7]Das ist die interpretierende Übersetzung des AT ins die damals moderne und gesprochene Sprache, die auch Jesus gesprochen hat.

[ 8]Auch Johannes glaubt an den e i n e n Gott. Jesus, von Gott herkommend, von ihm angeredet und gesandt, wird von Johannes als Gott unter Gott gesehen. Die Einheit mit Gott besteht als Einheit im Willen und Tun. Johannes will mit dieser Bezeichnung keineswegs den Monotheismus aufheben. „Der Gesandte ist wie der ihn Sendende.“

[ 9]Schon um 1000 vor Christus gehen die Wege von Nord- und Südreich , von Israel und Juda auseinander, Kriege eingeschlossen.

[ 10]Der Psalm ist bis heute für Juden am Anfang ihres Sabbatgottesdienstes wichtig.

[ 11]Fast alle Forscher am Johannesevangelium sehen in Joh 21 einen Anhang.

[ 12]Im synoptischen Vergleich werden die vier Evangelien miteinander verglichen. Übereinstimmungen und Abweichungen sind aufschlussreich.

[ 13]Samaritaner werden entweder als jüdische Sekte oder von manchen Juden damals als Feinde ohne rechten Glauben angesehen. Sie haben als Heilige Schriften den Pentateuch und feiern die sich daraus ergebenden Feste. Dem Passafest der Samaritaner kann man bis heute beiwohnen. Tempelort war bis zur Zerstörung des Tempels 128 v. Chr der Garizim, heiliger Berg der Samaritaner bis heute.

[ 14]In Qumran am Toten Meer hat sich vor Christus eine von der Jerusalemer Gemeinde abgespaltene und von ihrer Rechtgläubigkeit überzeugte Gemeinde niedergelassen. Sie hat mit ihrem Glauben und Leben die Jesusgemeinde beeinflusst, die sich aber von ihr und ihrer Rigorosität abgegrenzt hat Mit dem Feldzug der Römer gegen die Juden ist auch nach 70 das Ende der Qumrangemeinde gekommen. Wichtigste Schriften der Mönche sind ab 1947 in Höhlen am Toten Meer gefunden worden.

[ 15]Die Bewegung um Johannes den Täufer ist durch radikale Umkehrpredigt entstanden in Erwartung des unmittelbar bevorstehenden Kommens Gottes. „Bereitet dem Herrn den Weg...“

[ 16]Einflussreicher jüdischer Philosoph in Alexandria, ca. 25 v. Chr – 40 n. Chr. Er versucht, der griech.-röm. Bildungswelt den Reichtum des AT mit seiner Auslegung zu vermitteln. Der wichtigste Begriff ist für ihn der logos – das Geist-Wort. Der in Gen 1 sprechend handelnde Gott wird mit dem griechischen philosophischen Begriff Logos in Beziehung gesetzt. Im Johannesevangelium wird vom Logos in Joh 1,1 gesprochen.

[ 17]Ein wichtiger Brief der Urchristenheit.

[ 18]Quazrin ist ausgegraben worden. Man hat eine Synagoge etwa 4. Jhd. n. Chr. gefunden, deren Portal wieder errichtet worden ist.