Vorschlag für ein Seminar zum Johannesevangelium

Alternativ zu an Versen orientierten fortlaufenden Auslegungen des Johannesevangeliums schlage ich themenzentriertes Arbeiten vor, z. B.:

  • Vom AT zu johanneischen Reden –
  • Leben kommt aus dem Gesetz/ aus dem Glauben –
  • Synagogenausschluss 1 , soziale Folgen und Bedeutung für die Frömmigkeits-Ausübung und Zuversicht für die neue Gemeinde –
  • Johannes und seine Tradition aus dem 4. Synoptiker 2 im Vergleich zu Mt, Mk und Lk –
  • Targum 3 und LXX 4 und ihre Bedeutung für die Formung johanneischer Christologie –
  • das Missverständnis johanneischen Redens von den "Juden" als antisemitisch/ antijudaistisch und die Auslegung von Joh 8,44 –
  • Hilfe und Problematik durch Bultmanns Kommentierung –

[ 1]Eine Maßnahme jüdischer Autoritäten nach dem Krieg (66-70) gegen die Römer. Ketzer wurden auf Grund eines Beschlusses der jüdischen Autoritäten in Jamnia (ca. 85 n. Chr.) aus der Synagoge ausgeschlossen und verflucht. Diese Maßnahme betraf hautsächlich Christengemeinden im jüdischen Einflussgebiet.

[ 2]Synoptiker nennt man gewöhnlich die Evangelisten Markus, Matthäus und Lukas, insofern sie gemeinsame Berichte über Jesus haben. Johannes hat man gewöhnlich nie zu den Synoptikern gezählt. Erst in neuerer Zeit mehren sich Stimmen, Johannes wegen sehr altem Material, das er übernommen hat und das weithin im Markusevangelium Parallelen hat, auch Synoptiker zu nennen.

[ 3]Targume sind Übersetzungen aus dem hebräischen Alten Testament in die aramäische Umgangssprache, die auch zur Zeit Jesu gesprochen wurde. Diese Targume enthalten oft umschreibende Übersetzungen, die für die Forschung, wie man das Alte Testament zur Zeit Jesu verstanden hat, sehr wichtig sind.

[ 4]LXX = Septuaginta = griechisch 70. Die Septuaginta ist die Übersetzung des Alten Testamentes in die Weltsprache zur Zeit Jesu, Griechisch.