7 Ergebnis der gesamten Untersuchung

(Beachte die 22 Auswertungen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22)

Die Zusammenstellung der Aussagen von Johannes und Justin über gemeinsame alttestamentliche Texte hat einen kleinen Kommentar ergeben: Aussagen aus Dialog und Apologie kommentieren und ergänzen Aussagen des Johannesevangeliums. Manchmal ist es jedoch auch umgekehrt. Im Hinblick auf die untersuchten, auf dieselben alttestamentlichen Stellen zurückgehenden Paralleltexte hat sich mit eindeutiger Klarheit 38 ergeben, dass Justin das Johannesevangelium nicht benutzt hat und es mit höchster Wahrscheinlichkeit auch nicht gekannt hat. Johannes und Justin sind von vorjohanneischen Traditionen abhängig. Der Schwerpunkt der Abhängigkeit liegt in der vorjohanneischen Logoslehre, zu der auch die Begegnung des Logos mit den Vätern und in der Exoduszeit gehört.

Eine gewisse örtliche Nähe von Johannes und Justin wird für ihre geistige Nähe eine Rolle spielen: Beide haben starke Verbindungen zu Samaria.

So ist Justin wohl unabhängig vom Johannesevangelium, abhängig jedoch wie Johannes von vorjohanneischen Traditionen, so dass das Urteil von von Loewenich; >Mit Justin beginnt die dogmengeschichtliche Laufbahn des Johannesevangeliums< modifiziert werden muss: Mit Justin beginnt die dogmengeschichtliche Laufbahn der vorjohanneischen christlichen Logoslehre, die ihren ersten bedeutenden Niederschlag im Johannesevangelium gefunden hat. Im Sinne des Kommentars von Strack Billerbeck zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch könnte man von Justins Werk als einem Kommentar zum Johannesevangelium sprechen, ohne dass jener das vierte Evangelium gekannt oder benutzt hat.