4.13 Dan 7

D 31,1 Wenn sich aber zeigt, dass seine Leidensmacht von solchen Wundern begleitet wurde und begleitet ist, wie groß sind erst die Wunder, wenn er in Herrlichkeit erscheint? Denn, wie Daniel offenbarte, wird er als Menschensohn auf den Wolken unter Begleitung von Engeln kommen: (folgt Dan 7,9-28).

D 31,1 Trypho: Mein Herr, die erwähnten Schriften und ähnliche veranlassen uns, dass wir den, der als Menschensohn von dem Bejahrten die ewige Herrschaft erhält, in Herrlichkeit und Größe erwarten. Dieser euer sogenannter Christus aber ist ohne Ehre und Herrlichkeit gewesen, so dass er sogar dem schlimmsten Fluch verfiel, den das Gesetz verhängt: er ist nämlich gekreuzigt worden.

D 76,1 Weist denn Daniel nicht gerade darauf hin, wenn er von dem,der die ewige Herrschaft empfängt, sagt, er sei >wie eines Menschen Sohn<? Das Wort >wie eines Menschen Sohn< bezeichnet nämlich zwar einen Menschen, der erscheint und geworden ist, gibt aber zu erkennen, dass er nicht aus menschlichem Samen stamme.

Dan 7 im Johannesevangelium

Joh 1,51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf den Menschensohn.

5,22 Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben.

5,27-29 ,,,und hat ihm Macht gegeben, das Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. Verwundert euch des nicht. Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören, und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übles getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. 3,13f Und niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich der Menschensohn. Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden.

6,62 Wie, wenn ihr nun sehen werdet den Menschensohn auffahren dahin, wo er zuvor war?

8,28 Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und nichts von mir selber tue, sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich.

12,23 Die Zeit ist gekommen, dass der Menschensohn erhöht werde.

12,34 Wir haben gehört im Gesetz, dass der Christus ewiglich bleibe; und wie sagst du denn: Der Menschensohn muss erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn? 13,31 Nun ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm.

Auswertung 18

Justin und Johannes stimmen darin überein, dass sie im Menschensohn Christus sehen. Bei Justin ist jedoch die Menschensohn-Christologie, wenn man auf den gewichtigen Einwand Tryphos in D 32 sieht, merkwürdig unterentwickelt.35 Das hängt mit seiner 2 -Stufen-Christologie zusammen, mit seiner Lehre von den zwei Parusien: Erst erscheint der leidensfähige Christus, dann der Christus in Herrlichkeit. In der ausgearbeiteten Menschensohn-Christologie des Johannesevangeliums fallen Kreuzigung und Verherrlichung des Menschensohnes zusammen. Das ist für Johannes durch Jes 52,13 möglich. An fünf johanneischen Schriftstellen (3,14 8,28 12,23 12,34 13,31) wird deshalb die Bezeichnung >Knecht< aus Dtjes durch den Menschensohn-Titel ersetzt. Wer ausführlichere Antworten auf Tryphos Einwand in D 32 finden will, der muss das Johannesevangelium lesen. Wer den Anlass für die johanneische Menschensohn-Christologie kennenlernen will, muss D 32 lesen.