4.7 Jes 42,6f / 49,6

D 121,4- Uns also ist es gegeben, das Gehörte zu verstehen, durch den er- 122,1 wähnten Christus gerettet zu werden und das Reich des Vaters zu erkennen. Darum hat er zu ihm gesagt: (folgt Jes 49,6). Ihr behauptet zwar, diese Worte beziehen sich auf den Geora und die Proselyten; in der Tat aber sind sie auf uns gesprochen, die wir durch Jesus erleuchtet worden sind.

D 122,3f (nach einem Zitat von Jes 42,6f:) Ihr Männer, auch das ist nämlich auf Christus und in bezug auf die Erleuchtung der Heiden gesagt. Oder wollt ihr wiederum behaupten: >So spricht er unter Bezugnahme auf das Gesetz und die Proselyten<? Da brachen einige von ihnen, welche am zweiten Tage gekommen waren, in ein Geschrei aus, wie wenn sie im Theater gewesen wären: >Wie? Nicht von dem Gesetze spricht er und nicht von der Erleuchtung durch das Gesetz, also von den Proselyten?<
Jes 42,5-13 wird in D 65,4-6 zitiert, Jes 42,6f in D 26,1f.

Jes 42,6f / 49,6 im Johannesevangelium

Joh 8,12 Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. 9,5-7 Dieweil ich bin in der Welt, bin ich das Licht der Welt. Da er solches gesagt, spie er auf die Erde und machte einen Brei aus dem Speichel und legte den Brei auf des Blinden Augen und sprach zu ihm: Gehe hin zu dem Teich Siloah, das ist verdolmetscht >gesandt<, und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend.

Auswertung 12

Justin sieht wie Johannes unter dem >Licht< eine Person, Jesus, und nicht das Gesetz des Mose. Dem Gesetz des Mose wollen die Juden in Joh 9,28 als Jünger des Mose treu bleiben. Für das Gesetz des Mose als dem Licht der Heiden ereifern sich die Gesprächspartner Justins. Trotz dieser wichtigen Gemeinsamkeiten zwischen Johannes und Justin gibt es wesentliche Unterschiede: Bei Justin stehen die Heiden im Mittelpunkt, bei Johannes ein blinder Jude, Zeichen für den blinden Kosmos. Für Johannes sind wohl alle Heiden, die in übertragener Weise blind sind - also auch die Pharisäer.