4.4 Jes 28,16

D 34,2 Denn von Christus ist verkündet, dass er König, Priester, Gott, Herr, Engel, Mensch, erster Feldherr, ein Stein, ein neugeborenes Kind ist, dass er anfangs leidensfähig ist, dann in den Himmel auffährt und wieder mit Herrlichkeit kommt und ein ewiges Reich besitzt, wie ich aus allen Schriften beweise. D 114,4 Selig also sind wir, die wir mit steinernen Messern die zweite Beschneidung erhalten haben. Die erste Beschneidung nämlich, welche ihr habt, geschah und geschieht mit Eisen; denn ihr bleibt hartherzig. Unsere Beschneidung dagegen, welche die zweite ist und nach der eurigen kommt, beschneidet uns von Götzendienst und jedem Unrecht überhaupt mit spitzigen Steinen, das ist mit den Lehren, welche die Apostel des Ecksteins, der nicht von Händen behauen ist, verkünden. Unsere Herzen sind so gründlich von der Sünde beschnitten, dass es uns sogar eine Freude ist, in den Tod zu gehen um des Namens des herrlichen Felsens willen, welcher lebendiges Wasser in die Herzen derer sprudeln lässt, die durch ihn den Vater des Weltalls lieben, und welcher diejenigen tränkt, die Wasser des Lebens trinken wollen.

D 86,3 Dass Christus in der Schrift vielfach unter dem Symbol eines Steins verkündet wurde, haben wir auch schon bewiesen.

D 126,1 Wer ist aber der, welcher einmal Engel des grossen Rates und bei Ezechiel Mann heisst, und von dem Daniel sagt, er sei gleich eines Menschen Sohn, und der durch Isaias Knabe, durch David Christus und anbetungswürdiger Gott genannt wird, von vielen Christus und Stein, von Salomo Weisheit, von Moses Joseph, Juda, Stern, von Zacharias Aufgang, wiederum von Isaias Dulder, Jakob, Israel, der als Stab, Blüte, Eckstein und Sohn Gottes bezeichnet ist?

Jes 28,16 im Johannesevangelium

Joh 7,37ff Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift (sc. Jes 28,16) sagt, von des Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen

3,15 ...auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. 3,16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (vgl 3,36 6,40 6,47 11,25 4,10 4,14)

20,31 Diese aber sind geschrieben, dass ihr glaubt, Jesus sei der Christus, der Sohn Gottes, und dass ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

Auswertung 10

Sowohl Johannes als auch Justin kennen die Stein­-Christologie, sehen wie Sirach und Qumran 26 Ex 17,6 und Jes 28,16 zusammen, sehen Stein (Ex 17,6/Jes 28,16), Wasser (Ex 17,6) und Leben (Jes 28,16 LXX)27 zusammen. Die bei Johannes aus Jes 28,16 abgeleitete enge Verbindung von Glaube an Christus und Leben fehlt bei Justin. Jes 28,16 spielt für Justin nicht die zentrale Rolle wie für Johannes. Johannes wiederum kennt die Verbindung des Ecksteins mit der Beschneidung nicht. Dass zwei bei Philo, Sirach, in Qumran und bei Johannes beliebte alttestamentliche Texte, wenn sie bei Justin auch nebeneinander stehen, eine Abhängigkeit Justins von Johannes bezeugen sollen, lässt sich nach von Loewenich >nicht mit Sicherheit behaupten< 28 Ich möchte eine solche Abhängigkeit mit Sicherheit ausschließen. Bei Johannes und Justin findet sich nur eine gemeinsame Tradition, die doch auch viele Verschiedenheiten aufweist.