3.41 Das Verhältnis des Christus zu den Vätern Allgemein

D 113,4 Dass Jesus es war, welcher dem Moses, dem Abraham und den Patriarchen überhaupt erschienen ist und zu ihnen im Auftrage des Vaters gesprochen hat, habe ich bewiesen. (s. D 56ff)

D 114,3 Ferner, wenn ich die Worte: >Ich werde sehen die Himmel, die Werke deiner Hände<, nicht auf die Werke des Logos Gottes beziehe, dann werde ich sie töricht auffassen gleich euren Lehrern, welche glauben, der Vater des Weltalls der unerzeugte Gott, habe Hände, Füsse, Finger und eine Seele wie ein Lebewesen, das zusammengesetzt ist, und welche deshalb auch lehren, der Vater selbst sei dem Abraham und Jakob erschienen. D 127,4 Also weder Abraham, noch Isaak, noch Jakob, noch sonst jemand sah den Vater und unnennbaren Herrn aller überhaupt und auch Christi. Sie sahen vielmehr den, der durch den Willen des Vaters Gott war, seinen Sohn, den, der Engel war, da er dem Willen des Vaters diente, den, der nach dem Willen des Vaters durch die Jungfrau auch Mensch wurde und geboren worden ist, den, der einst Feuer war, als er vom Dornstrauch aus mit Moses sprach. (vgl. D 60,2 und D 75,4) zu: Christus und Abraham bei Johannes und Justin s. oben zu 'Christus und Jakob'.

D 86,2f (Jakob) behauptete, eine Leiter gesehen zu haben, und wie die Schrift geoffenbart hat, stand Gott auf ihr; dass dieser Gott nicht der Vater war, haben wir aus der Schrift bewiesen. Als Jakob am gleichen Orte auf einen Stein Öl ausgegossen hat, wird ihm von dem Gott, der ihm erschienen war, bezeugt, er habe eine Säule gesalbt dem Gott, der ihm erschienen war. Dass Christus in der Schrift vielfach unter dem Symbol eines Steines verkündet wurde, haben wir schon oft bewiesen.

Christus und Moses

D 11,1 Nicht aber sind es Moses und das Gesetz, welche uns zur Hoffnung geführt haben.
D 24,1 Ein neuer Bund, ein neues Gesetz ist jetzt von Sion ausgegangen. (vgl. D 43,1)D 38,1 Tryphon:...Denn viel Lasterhaftes sprichst du, da du uns überzeugen willst, dass dieser Gekreuzigte zu gleicher Zeit wie Moses und Aron gelebt und zu ihnen in einer Wolkensäule gesprochen hat.
D 131,3 Treuer halten wir zu Gott als ihr, die ihr von dem >erhobenen Arme< beim Erscheinen der großen Herrlichkeit aus Ägypten gerettet wurdet...als ihr, denen eine Lichtsäule leuchtete, denen durch den Besitz eines eigenen Lichtes, welches nicht erlosch und nicht unterging, ein Vorzug vor jedem andern Volk der Welt gegeben werden sollte, - als ihr, denen Gott durch Engel des Himmels Brot zur Nahrung, das Manna, regnen ließ... D 100,4 Jesus wurde auch >Stein< in den Reden der Propheten genannt. (vgl. D 36,1)

D 69,6 In der Wüste, in welcher es keine Gotteserkenntnis gab, im Lande der Heiden. quoll als Quelle lebendigen Wassers von Gott her unser Christus hervor, welcher auch in eurem Volke erschienen ist... D 111,3 Das Pascha war nämlich der später geopferte Christus...

D 75,2 Wer hat nun eure Väter in das Land geführt? Sehet es doch endlich einmal ein, dass es der war, welcher diesen Beinamen Jesus (= Josua) erhalten hatte und zuerst Auses genannt worden war! Wenn ihr nämlich dieses einsehen werdet, dann werdet ihr auch erkennen, dass Jesus der Name dessen war, der zu Moses gesprochen hatte: >Mein Name ist nämlich auf ihm.<

D 90,5 Denn nicht deshalb, weil Moses so betete, wurde das Volk Sieger, sondern deshalb, weil der Name Jesus die Schlacht leitete, und zugleich Moses sich die Gestalt des Kreuzes gab.

Christus und die Väter bei Johannes (zu Abraham s. oben)

Joh 1,18 Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt.

1,51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf den Menschensohn.

1,29 Des andern Tages sieht Johannes Jesus kommen und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. 19,33-36 ...Denn solches ist geschehen, dass die Schrift erfüllt würde; >Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.<

6,32 Ich bin das Brot des Lebens.

4,13f Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt. 7,37f Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

8,12 Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. 1,45 Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josephs Sohn von Nazareth. 5,46 Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben.

1,17 Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. 13,34f Ein neu Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt. (vgl. 15,12f. 17)

1,3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

1,14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Auswertung 4

Johannes teilt mit Justin die Aussage, dass niemand je Gott gesehen hat, sondern nur den Logos (D 127,4 und 38,1 / Joh 1,18 und 12,41). Die Väter haben es also mit dem Logos zu tun gehabt, durch den auch die Welt geschaffen worden ist (D 114,3 / Joh 1,3). Jakob, der die messianische Verheißung in Gen 49,8ff gesprochen hat, hat auch die Engel vom Menschensohn hinauf und auf ihn herabsteigen sehen (Joh 1,51). Auch Justin deutet die Stelle christologisch, spricht aber davon, dass Jesus auf der Leiter gestanden hat (82,6f). Dass Menschen ihre Hoffnung nicht auf Moses setzen sollen, findet sich bei Justin und Johannes (D 11,1 / Joh 5,46 und 1,17). Beide sehen in dem wasserspendenden Stein der Wüstenzeit Jesus (D 100,4 und 69,6 / Joh 7,37f und 4,13f).. Für beide ist das geopferte Passalamm der geopferte Christus (D 111,3 / Joh 1,29 und 19,33­36). Unterschiedlich wird von beiden die Mannageschichte ausgelegt: Bei Justin lässt Gott durch Engel das Manna regnen, während nach Johannes Jesus das Manna selbst ist, das damals wie heute die Menschen speist, damit sie leben (D 131,3 / Joh 6,32 und 6,35). Auch die Wolken- und Feuersäule scheint von Justin wie von Johannes christologisch verstanden worden zu sein (D 38,1 / Joh 8,12 und 9,5). Für Johannes bilden jeweils deuterojesajanische Verheißungen das Zwischenglied zwischen Exoduszeit und Jetztzeit (Jes 54,13 zwischen Ex 16,4 und Joh 6,48; Jes 55,1 zwischen Ex 17,6 und Joh 7,37; Jes 42,1 zwischen Ex 13,21 und Joh 8,12; Jes 52,13 zwischen Num 21,8f und Joh 3,14).23 Von einem >neuen Gesetz< sprechen Justin und Johannes (D 24,1 und 43,1 / Joh 13,34). Wieder findet sich trotz der großen Traditionsverwandtschaft bei Justin weder ein Zitat aus dem Johannesevangelium noch eine Anspielung auf es.