Anmerkungen

1 K. Wengst, Bedrängte Gemeinde und verherrlichter Christus. Der historische Ort des Johannesevangeliums als Schlüssel zu seiner Interpretation (Neukirchen 1981) 80.

2 O. Cullmann, Der johanneische Kreis. Sein Platz im Spätjudentum, in der Jüngerschaft Jesu und im Urchristentum (Tuebingen 1975) 102f.

3 Johannes, dessen lebendiges Gegenüber Juden und Synagoge sind, hätte es nicht nötig, griechischen Bewohnern seines Ortes Begriffe wie >Rabbi< und >Messias< zu übersetzen.

4 Der Evangelist hätte es nicht nötig, wie Joh 2,6 zu erklären oder wie 6,1. Der Evangelist benutzt auch nicht - wie die Semeiaquelle in 12,39 - die LXX. (Ausnahme: Ps 68 LXX: G. Reim, Studien zum alttestamentlichen Hintergrund des Johannesevangeliums (Cambridge 1974) (= Studien) 10ff. 42ff. 275

5 G. Reim, Studien 156-158 und vgl. Anm. 21 der Studien.

6 G. Reim, Targum und Johannesevangelium BZ NF 27 (1983) 1-13.
http://www.evangelium-johannes.de/je7/de/node/204

7 G. Reim, Targum...12.

8 G. Reim, Johannesevangelium und Synagogengottesdienst - eine Beobachtung: BZ NF 27 (1983) 101, und: Studien 12-15.
http://www.evangelium-johannes.de/je7/de/node/203

9 G. Reim, Joh 9 - Tradition und zeitgenössische messianische Diskussion: BZ NF 22 (1978) 245-253.
http://www.evangelium-johannes.de/je7/de/node/202

10 Der Vorwurf in Joh 8,48 wird zwar gegen Jesus erhoben. Wie aber von J.L. Martyn, History and Theology in the Fourth Gospel (New York 1968) 17 richtig beobachtet worden ist, müssen bei der Auslegung des Johannesevangeliums immer zwei Ebenen beachtet werden: >Presented as a formal drama, and allowed to mount its actors, so to speak, on a two-level stage so that each is actually a pair of actors playing two parts simultaneously, John 9 impresses upon us its immediacy in such a way as strongly to suggest that it reflects actual experiences of the Johannine community.< Dass Samaritaner während des jüdischen Krieges geflüchtet sind, berichtet Josephus.

11 G. Reim, Joh 8,44 - Gotteskinder/Teufelskinder. Wie antijudaistisch ist >die wohl antijudaistischste Äusserung des NT<? : NTS 30 (1984) 619-624.
http://www.evangelium-johannes.de/je7/de/node/205

12 Zu Jes 28,16 s. Studien 70ff. Zum Einfluss von Qumran auf das Johannesevangelium vgl. das abgewogene Urteil von R. Schnackenburg, Das Johannesevangelium 1. Teil (Freiburg-Basel-Wien 3. Aufl. 1972) 110-117.

13 G. Reim, Paralleltraditionen zum Johannesevangelium bei Justin (unveröffentlicht).
http://www.evangelium-johannes.de/je7/de/node/165

14 D 16,4; 38,1; 39,6; 47,5; 96,1f; 110,5; 133,6; 137,2; Ap I,31

15 D 16,4: >Den Gerechten habt ihr ja getötet und vor ihm seine Propheten. Und jetzt verstoßt ihr die, welche auf ihn und auf den allmächtigen Gott, den Weltschöpfer, der ihn gesandt hat, ihre Hoffnung setzen, und entehrt sie, soweit es bei euch möglich ist, indem ihr die Christusgläubigen in euren Synagogen verflucht. Denn Hand an uns zu legen, dazu habt ihr nicht die Macht dank denen, welche jetzt regieren; getan aber habt ihr es, so oft ihr konntet.<

16 D 50,1; 61,1; 61,3; 62,4; 11,5; 23,4; 25,1; 44,1f; 56,1; 92,3f; 119,6; 120,2; 127,4; 128,2-4; 140,2; 11,4; 52,1; 52,4; 53; 54; 68,9; 120,2; 126,1; Ap I,32; D 113,4; 114,3; 127,4; 11,1; 24,1; 38,1; 131,3; 100,4; 69,6; 111,3; 75,2; 90,5; 32,1; 89,2; 90,1; 91,4; 94,1f; Ap I,60; D 96,1; 112,2; 138,2f; 106,4.

17 D 68,5; 118,2; 78,2; 33,1; 86,4; 87,2; 87,3; 88,6f; 34,2; 114,4; 86,3; 126,1; 123,8; 135,1-3; 121,4-122,1; 122,3f; Ap I,50; D 40,3; 43,3; 42,2; 72,2f; 89,2f; 111,3; 114,2; 118,3; Ap I,35; D 53,2; 14,8; 53,5; 8,4; 49,1; 49,2f; 49,6; 31,1; 76,1; 97,3f; 98,1; 99,1; 106,1f; 38,1; 38,3; 56,14f; 63,3f; 86,3; 123,9; 124,1ff.

18 Kommentar I S. 176.

19 Jes 40,3: Joh 1,23 / Barn IX,3. Ps 22,19: Joh 19,24 / Barn VI,6. Ps 22,23: Joh 20,17 / Barn VI,16. Sach 12,10: Joh 19,37 / Barn VII,8. Sach 13,7: Joh 16,32 / Barn V,12.

20 Jes 54,13: Joh 6,45 / Barn XXI,6. Jes 42,6f; Joh 9,5 / Barn XIV,7. Jes 28,16: Joh 7,37f / Barn VI,2-4. Gen 17,17: Joh 8,56 / Barn IX,7. Num 21,8f: Joh 3,14f / Barn XII,7. Gen 22,2; 22,12: Joh 3,16 / Barn VII,3.

21 Joh 2,19; 11,48.

22 Joh 10,8; 5,43 vgl. Josephus Bell IV,10 (zitiert nach Goldmann Klassiker Bd 110).

23 Bell IV,4.

24 Bell IV,1: Sogane und Seleukia, sicher Caesarea Philippi: Bell III,9.

25 Bell II,16; V,9

26 G. Reim, Studien 125-132.

27 Joh 1,1; 1,18; 3,35f; 5,17ff; 6,38; 17,24; 20,28; 10,38; 1,30; 8,57.

28 Joh 6,41f; 7,52; 12,34; 9,31; 7,20; 10,20.

29 Joh 7,42; 12,34.

30 Joh 8,30; 7,31; 11,45; 12,11; 12,42.

31 Joh 3,1f; 7,13; 9,22; 12,42; 19,38.

32 Joh 3,1ff; 5,39ff; 6,30ff.

33 Joh 8,24; 12,46-48; 3,18.

34 Joh 5,44; 10,8; 10,12.

35 Joh 1,49; 6,69; 11,27; 17,8; 20,31.

36 G. Reim, Jesus as God in the Fourth Gospel: The Old Testament Background: NTS 30 (1984) 158-160. Die joh. Gemeinde beruft sich auf Tg Ps 45, den Psalm, der im Jüdischen Krieg im Mittelpunkt der Diskussion stand, ob man am Sabbat Krieg führen darf oder nicht - ein Problem, auf das Josephus wiederholt anspielt, z.B. Bell II,16.
http://www.evangelium-johannes.de/je7/en/node/224

37 Vgl. das >wer...< in Joh 6,35.37.40.45.47.50.51.54.56.57.58.

38 G. Reim, Studien 12-15.

39 H. Leroy, Rätsel und Missverständnis. Ein Beitrag zur Formgeschichte des Johannesevangeliums (Bonn 1968).

40 Das am Anfang eines Satzes stehende griechische deutet bei Johannes oft eine zweite, neue Verständnismöglichkeit an: z.B. 3,4; 4,12; 7,48; 7,52; 8,53; 9,27; 9,40; 10,21.

41 R. Schnackenburg, Kommentar II 35 Anm. 3 meint, dass die Brotvermehrung nördlich oder südlich des wadi es-samak stattgefunden habe.

42 Die >ganze Welt< kommt in den Blick (12,19), als etliche Griechen (12,20) sich an Philippus und Andreas wenden.

43 Bell II,18.

44 Bell II,18; VII,8.

45 Bell II,18.

46 Bell III,3.

47 Ant VII,25.

48 Vita 54ff.

49 Bell II,18: Varus wird abgesetzt.

50 Bell II,18. Vgl. auch die Haltung des von Agrippa abgefallenen Silas aus Babylon Bell II,19.

51 Bell II,20; IV,1.

52 Bell II,18.

53 Bell VII,8.

54 Vita 346-348.

55 Bell III,2.

56 Awoda sara 16b/17a.

57 Vgl. Joh 8,17; 10,34.

58 Meiner Meinung nach weist Joh 16,4 auf diese zwei Stadien hin. Wengst, Bedrängte Gemeinde 57 schreibt: >Joh 12,42 spricht eher für eine Situation vor Abfassung der birkat haminim. Nach dieser Stelle hat die christliche Gemeinde heimliche Sympathisanten; die birkat ha-minim jedoch machte als Bestandteil des Synagogengottesdienstes heimliche Sympathisantenschaft unmöglich.<

59 Beachte den Anklang an >Synagoge< in Joh 11,51f. Diese neue Synagoge scheint keine biblischen Schriftrollen gehabt zu haben. Schriftlich lagen wohl nur LXX Ps 68 und grössere Abschnitte aus Jes 40ff vor: S. G. Reim, Studien 188-190.

60 Philo hat Verbindungen nach Caesarea Philippi gehabt: Markus, Philos Neffe, war zunächst mit Berenice verlobt. Philos Bruder Alexander hat in Caesarea Philippi gewohnt.

61 Ich nehme an, dass das Johannesevangelium in zwei Stadien entstanden ist: 1. Johannes interpretiert ein Wunderevangelium, indem er es durch Reden erweitert. 2. Nachdem er ein (schon vor ihm überarbeitetes) 4. synoptisches Evangelium erhalten hat, erweitert er das von ihm interpretierte Wunderevangelium mit diesem Material und mit joh. Reden, d.h.; Johannes ist sein eigener Redaktor. Die Gestalt des Lieblingsjüngers gehört schon zur vorjohanneischen Redaktion des 4. Synoptikers.

62 Vgl. P. Stuhlmacher, Das neutestamentliche Zeugnis vom Herrenmahl: ZThK 1987/1 S. 29: >Wenn sich dagegen der Anstoss, den >viele Jünger< an Jesu Rede nehmen, auch und gerade auf die eucharistische Zuspitzung der Brotrede in 6,52ff bezieht, haben wir in 6,52-71 eine urchristentumsgeschichtlich verifizierbare Situation des Ärgernisses und der Entstehung eines Schismas im johanneischen Kreis vor uns.<

63 G. Reim, Johannesevangelium und Synagogengottesdienst; BZ NF 1 (1983) 101 und G. Reim, Studien 181f.

64 Also vielleicht in der Gegend des heutigen Qazrin.

Erklärungen für Studenten

[ 1] Samaritaner werden entweder als jüdische Sekte oder von manchen Juden damals als Feinde ohne rechten Glauben angesehen. Sie haben als Heilige Schriften den Pentateuch und feiern die sich daraus ergebenden Feste. Dem Passafest der Samaritaner kann man bis heute beiwohnen. Tempelort war bis zur Zerstörung des Tempels 128 v. Chr der Garizim, heiliger Berg der Samaritaner bis heute.

[ 2 ]In Qumran am Toten Meer hat sich vor Christus eine von der Jerusalemer Gemeinde abgespaltene und von ihrer Rechtgläubigkeit überzeugte Gemeinde niedergelassen. Sie hat mit ihrem Glauben und Leben die Jesusgemeinde beeinflusst, die sich aber von ihr und ihrer Rigorosität abgegrenzt hat. Mit dem Feldzug der Römer gegen die Juden ist auch nach 70 das Ende der Qumrangemeinde gekommen. Wichtigste Schriften der Mönche sind ab 1947 in Höhlen am Toten Meer gefunden worden.

[ 3] Die Bewegung um Johannes den Täufer ist durch radikale Umkehrpredigt entstanden in Erwartung des unmittelbar bevorstehenden Kommens Gottes. „Bereitet dem Herrn den Weg...“

[ 4] Einflussreicher jüdischer Philosoph in Alexandria, ca. 25 v. Chr – 40 n. Chr. Er versucht, der griech.-röm. Bildungswelt den Reichtum des AT mit seiner Auslegung zu vermitteln. Der wichtigste Begriff ist für ihn der logos – das Geist-Wort. Der in Gen 1 sprechend handelnde Gott wird mit dem griechischen philosophischen Begriff Logos in Beziehung gesetzt. Im Johannesevangelium wird vom Logos in Joh 1,1 gesprochen.

[ 5] Ein wichtiger Brief der Urchristenheit.

[ 6] Quazrin ist ausgegraben worden. Man hat eine Synagoge etwa 4. Jhd n Chr gefunden, deren Portal wieder errichtet worden ist.