13. Josephus

Aus dem >Jüdischen Krieg< erfahren wir, wie unterschiedlich Städte und Ortschaften diesseits und jenseits des Jordan sich im Krieg verhalten haben. In Syrien gab es zwei oder drei Parteien:43 pro, contra und Neutrale. Syrische Orte brachten ihre jüdischen Mitbürger um.44 Als Reaktion überfielen Juden Syrer der Dekapolis, im Gebiet von Gaulana und am Meer45 In einem geographischen Überblick46 erwähnt Josephus >das Land um Gamala, die Gaulanitis, Batanea und die Trachonitis, die freilich schon zum Königreich des Agrippa gehören. Dieses beginnt im Libanon und dehnt sich in der Breite bis zum See Tiberias in der Länge von der Siedlung Arpha bis nach Julias. Juden und Syrer leben hier gemischt<. Nach Josua 20,7f gehört Golan in Basan zu den Fluchtstädten der Juden. Josephus berichtet,47 dass in Batanea babylonische Juden angesiedelt worden sind. Das (nichtjüdische) Batanea hat sich einmal mit Varus, dem Vizekönig von Agrippa II., zu einem Angriff auf babylonische Juden in Ecbatana verbündet.48 Die Juden von Ecbatana genießen die Gunst Agrippas.49 Zwischen der jüdischen und der syrisch/griechischen Bevölkerung im Gebiet des Königreichs von Agrippa II. gab es also große Spannungen im Jüdischen Krieg. Der König versuchte, den Aufstand gegen die Römer von seinem Bereich fernzuhalten, aber die Juden der Gaulanits >bis hin zu dem Dorf Solyma<50setzten sich gegen den König durch. Gamala wird zum Zentrum der Auseinandersetzung,51 ein Masada vor Masada. Die Orte Sogane und Seleukia werden als Orte der Gaulanitis mit sehr starker natürlicher Verteidigung genannt. Aber Agrippa kann sie zu sich herüberziehen. In der Decapolis hatten Juden wohl keinen leichten Stand. Einige Städte werden dort von Juden zerstört,52 u.a. Pella, in das Christen geflohen waren. Von den Juden in Skythopolis sagt Josephus:53 >Um der Griechen willen riskierten sie nämlich den Kampf gegen uns, statt mit uns, ihren Stammesgenossen, gegen die Römer zu ziehen.< Diese Juden werden aber später von ihren Mitbürgern trotzdem getötet. Interessant ist die Haltung von Sepphoris, der grössten Stadt in Galilaea. Diese Stadt unterstützt Josephus auch nicht, als der Tempel in Gefahr ist. Sie wünschen, allen Verdacht zu vermeiden, Waffen gegen die Römer getragen zu haben.54 Josephus bezeichnet die Einwohner dieses Ortes als >die einzigen Menschen in dieser Gegend, die den Frieden wollten.<.55 In Sepphoris spielt sich nach dem Talmud56 ein Gespräch mit einem Jesus-Jünger Jaakov aus Kfar Sechanja und dem christlicher Ketzerei verdächtigten R. Elieser ab, in dem Jaakov zu Elieser wie der 4. Evangelist von >eurem Gesetz< spricht.57

Falls die These von Wengst richtig sein sollte - wie ich denke - dann sind die Angaben des Josephus überaus wichtig für das Verständnis der Situation der joh. Gemeinde.