11. Kurzgefasste Lehre der joh. Gemeinde, abgesehen von den Traditionen des Semeiaevangeliums und des 4. Synoptikers

Die joh. Gemeinde lehrt Jesus als den ins Fleisch gekommenen ewigen Logos. Durch ihn können Menschen aus dem 'Kosmos', der 'Welt', sogar 'Teufelskinder' zu Gotteskindern werden. Diese sind durch die Taufe ganz rein, wissen nun Weg, Wahrheit und Leben, erhalten Brot und Wasser des Lebens. Sie bekennen sich zu Jesus35 und bilden eine Gemeinde, die vom Geist geleitet wird und Freude empfindet. Sie weiß sich von Gott geliebt und hat als neues Gesetz das Gesetz der Liebe. Das gegebene Gesetz des Mose ist durch die gewordene Gnade in Jesus zu seinem Ende gekommen. Die Gemeinde feiert das Abendmahl - allerdings wahrscheinlich zu einem späten Zeitpunkt - und versteht es als Fortsetzung der Mannaspeisung mit dem Brot, das sich selbst dahingegeben hat, Jesus. Sie versteht den Weg Jesu zum Kreuz nicht als Scheitern, sondern - im Anschluss an Tg Jes 53 - als bewusst gegangenen Weg Jesu zur Erhöhung, mit der das Leben der Gemeinde und ihre Geistbegabung zusammenhängt. Die Gemeinde versteht die Schrift und versteht ihre Verfolgungssituation aus der Schrift. Sie weiß sich gesandt in die Welt, um Zeugnis abzulegen. Sie verkündigt das Leben jedem, der glaubt - Juden und Heiden - im Anschluss an Jes 28,16. Das häufig gebrauchte >wer.../jeder, der...< ist Zeuge für den neuen Universalismus der joh. Gemeinde, die Zugang zu den griechisch sprechenden Bewohnern ihres Ortes sucht. Sie lebt unter einem König, dessen Reich nicht von dieser Welt ist. Er ist der Heiland der Welt, der Sohn Gottes, Gott.36