10. Vorwürfe der joh. Gemeinde gegen jüdische Mitbürger

Es gibt aus der jüdischen Gemeinde Menschen - sogar Archonten, Synagogendiener sind darunter - die zum Glauben an Jesus gekommen sind.30 Ihnen wird ihre neue Erkenntnis schwer gemacht durch unverständliche Einschüchterung,31 Synagogenausschluss und Todesandrohung. Allen, die als Juden einen Judenchristen steinigen wollen, wie Kain gesteinigt hat, wird vom Evangelisten vorgeworfen, Kinder des Teufels, Kinder Kains zu sein (8,44), blind zu sein (9,40f), zu lügen, dass man Gott kenne (8,55). Sie tun Arges (3,20), ihre Werke sind böse (87,7), sie tuen Sünde (8,34). Sie wollen Meister und Schriftgelehrte sein, verstehen aber die Schrift nicht.32 Sie halten das Gesetz nicht (7,19), richten nach dem Ansehen und ohne Verhör (7,24; 7,51) und nach dem Fleisch (8,15). Sie nennen sich Kinder Abrahams und vollbringen das Werk des Abraham nicht: den Glauben (8,39). Sie verstehen nichts von richtiger Sabbatheiligung (Joh 5 und 9). Den wirklich Frommen, Jesus, qualifizieren sie ab und nennen ihn ohne Grund Verführer, Gotteslästerer, Teufel und Sünder.

Die joh. Gemeinde schlägt eine neue Möglichkeit für die vor, die nicht glauben können - Pharisäer und Täuferanhänger (10,41): Sie könnten doch wenigstens den Werken glauben, die Jesus unzweifelbar getan hat (10,37f). Die Zaudernden und Ängstlichen werden ermutigt, die Ehre vor Gott lieber zu haben als die Ehre von Menschen (12,43). Juden, die in ihrer ungläubigen Haltung gegenüber Jesus verharren, gelten nach Jes 6,9f als verstockt. Wer in der Finsternis bleibt, wird in seinen Sünden sterben und gerichtet werden, ja, er ist schon gerichtet.33 Es ist unverständlich: Den, der nicht in seinem eigenen Namen kommt, sondern im Namen seines Vaters, Jesus, nehmen sie nicht an, während sie einen, der in seinem eigenen Namen kommen wird, annehmen werden.34