7. Ortskenntnis des Evangelisten

Sieht man von der in der Tradition enthaltenen Ortskenntnis ab, so scheint der Evangelist selbst folgende Kenntnisse zu haben: Er scheint die Synagoge in Kafarnaum zu kennen und verlegt eine joh. Rede dorthin. Er scheint Betsaida als Grenzort zu kennen, läßt er doch die Griechen in Joh 12,20 zu dem (griechisch sprechenden) Philippus aus Betsaida kommen. Er scheint zu wissen, dass es am See Gennesaret Berge gibt, in die man fliehen kann (Joh 6.15) und weiss auch über diesseitiges und jenseitiges Ufer Bescheid (Joh 6,22ff). Ihm ist die Lage von Tiberias bewusst (6,23). Obwohl die Grundlage für Joh 4 aus der Tradition stammt, weiß doch auch der Evangelist selbst über die Ortslage von Jakobsbrunnen und Garizim Bescheid und lokalisiert das Gespräch mit der Samaritanerin angesichts des samaritanischen Tempelberges. In Jerusalem kennt der Evangelist wohl den Tempel mit der Halle Salomos und verlegt dorthin eine joh. Rede (10,22ff). Andere - besonders Jerusalemer - Ortsangaben stammen vielleicht aus der Tradition.