Ps 95 im Hebräerbrief und das Verhältnis zu den Qumran-Leuten

Der Verfasser des Hebräerbriefes sagt - ganz anders als die Qumran-Leute - dass die ganze Generation des Auszuges ihr Heil bei der „Verbitterung” verloren hat (Heb 3.16-17). Nach Meinung der Qumran-Leute gab es einige, die damals den ersten Bund bewahrt hatten und dass sie selbst nun in diese Tradition des Gehorsams eintreten können, geleitet vom Lehrer der Gerechtigkeit. Sie wissen, dass der Tag des Krieges zwischen den Söhnen des Lichts und den Söhnen der Finsternis sehr nahe ist, aber - wie 1QpHab 7.6 zeigt - nicht nahe genug. Die lange Dauer des „Heute” von Ps 95 muss sowohl von den Qumran-Leuten als auch vom Verfasser des Hebräer­briefes (10.37) erklärt werden - beide Male durch Bezug auf Hab 2.3-4. Dasselbe Zitat mag im Hintergrund des johanneischen Aus­druckes der „kleinen Weile“ (Joh 16.16-19) stehen.[12]