Ps 95 im Hebräerbrief

Für den Verfasser des Hebräerbriefes stellt Ps 95 eine wichtige Argumentationshilfe dar im Hinblick auf eine christliche Gruppe mit großen Schwierigkeiten: Diese Gruppe steht in der Gefahr, den Glauben, die Hoffnung und die Geduld zu verlieren, sowohl wegen der Verfolgung als auch wegen des langen Wartens auf das Ende dieser Welt, wenn Erde und Himmel bewegt werden (Heb 10.36; 12.26b). Diese Gruppe ist also in der Gefahr, denselben Weg wie die Menschen von Ps 95 zu gehen, die dann in der Wüste gestorben sind und von denen niemand zur „Ruhe” gekommen war. Nun, nachdem Gott in Christus ein zweites und letztes Mal gemäß Ps 95.7 gesprochen hat und die zugesagte „Ruhe” sehr nahe ist, ermahnt der Verfasser des Hebräerbriefes jene christliche Gruppe immer wieder und verstärkt seine Ermahnungen durch Schrifterklärungen von der Überlegenheit Christi über Mose, des Sohnes über den Knecht, des Neuen Bundes über den Alten und er tut das, indem er das „Heute” von Ps 95.7 betont. Der Bezug auf Ps 95.7 beginnt bereits in Heb 1.1-2, geht dann weiter zu 2.1-3, 4, 10 und dann zu 3.7ff und Kap. 4. Heb 10.35 gehört in die Nähe von Ps 95.11 und der Christus von 1.1-2 ist gleichzeitig der Christus der Erfüllung in 12.2. Christus ist das verheißene Wort von Ps 95.7, der Schöpfer der Welt und ist größer als Engel und Mose. Das „Heute·, wenn es gehört wird, hilft den Kindern Jesu durch die Verfolgung hindurch hinein in die „Ruhe” von Ps 95.11, in den Himmel.