Thomaskantate - Noten, Text, Wiedergabe


THOMAS - KANTATE

für Sprecher, Bläser, Chor, Bass-Solo und Gemeinde

Komponist: Ewald Weiß - Text: Günter Reim
Einstudierung des Chores: A. Pallasch

 

Uraufgeführt in der Thomaskirche in Erlangen 1979 unter Leitung von Kantor Gerhard Rilling mit dem Chor und dem Posaunenchor der Thomaskirche, Leitung Richard Weih, dem Sprecher Jürgen Warner, Basssolo Günter Reim.
Am Sonntag Kantate 2011 wurde die Thomaskantate in der Thomaskirche Erlangen unter der Leitung von Kantor Stefan Rieger erneut aufgeführt.

Die Noten, gestochen von einem der beiden letzten Notenstecher in der DDR, meinem Bruder Wolfgang Reim, sind jetzt im internet vorhanden. Über den Notenstich schrieb Honoré de Balzac in "Honorine": 'Das Notenstechen ist wegen der Genauigkeit und Sorgfalt, wegen dem Verständnis, das dafür nötig ist, eine der tyrannischsten Tätigkeiten' - mein Bruder empfand diese Tätigkeit im Verlauf von 50 Jahren als sehr interessant und abwechslungsreich.

KURZE EINFÜHRUNG, 1979
Die Thomaskantate ist unsere eigene Kantate.Sie ist nur hier zu hören, ist speziell für uns getextet, von Ewald Weiss, Nürnberg, einem Peppingschüler, komponiert, von Wolfgang Reim als Noten gestochen worden und wurde nur vom Thomaschor gesungen. Die Kantate ist auf unsere Möglichkeiten abgestimmt: Auf unseren Posaunenchor, einen Sprecher, den Chor und einen Basssolisten.

Die Musik beginnt mit sehr traurigen Schritten - Thomas geht ja mit den anderen Jüngern auf den Tod des Meisters zu.
Das Gemeindelied fügt dann unsere eigenen Gedanken über den Thomas und unseren Weg im 20. Jahrhundert hinzu.

Die Musik vom Anfang bildet zwar das Schreiten ab und das Scheitern. Diese Trauer weicht jedoch am Ende, wenn Thomas nach seiner Begegnung mit dem auferstandenen Jesus voller Freude singt: "Mein Herr und mein Gott!" - was für eine großartige Befreiung von Angst und Todesnot! Welcher Durchbruch zu neuem Bekenntnis!

Darauf kann der Chor, der unsere Gemeinde darstellt, nur noch, immer wiederholend, singen:
"Amen, Amen..." - ja. so soll das auch bei uns und für uns sein.

(Die Kantate wurde ganz primitiv mit einem recorder aufgenommen. Der Anfang der Predigt fehlt und lautet:
"Gott schenke Euch viel Gnade und Frieden ...durch die Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesu Christi.
Liebe Gemeinde, einige Kirchen werden uns im Laufe unseres Lebens wichtig. Sie tauchen als Bilder immer wieder auf. Einige beeindrucken uns bleibend durch ihre künstlerische Form oder Ausgestaltung, durch besondere Erlebnisse in Gottesdiensten und haben bei bestimmten Stationen unseres Lebens eine wichtige Rolle espielt. Bei manchen Kirchen sehe ich zugleich mit dem Kirchenraum immer auch Menschen. Ein Stück meines Lebensweges ist im Gegenüber zu diesen Menschen gestaltet worden. Bei vielen von Ihnen ist in diesen letzten zehn oder weniger Jahren die Thomaskirche zu den anderen wichtigen Kirchen hinzugetreten, auch bei mir...")


1. VORSPIEL (Wenn Sie hören wollen: im rechten Bereich dieser Seite klicken)

2. SPRECHER:

(Entweder, wenn die Kantate in einer "Thomaskirche" aufgeführt wird:)
Unsere Kirche ist nach Thomas benannt. Der Evangelist Johannes berichtet von ihm. Thomas war einer der zwölf Jünger Jesu. Wir wissen nicht, wie er zu Jesus kam und welchen Beruf er hatte. Wir kennen nur ein Stück seines Weges. Wir kennen einige seiner Fragen, und wir haben eine Antwort von ihm - genug, um unsere Kirche nach ihm zu benennen.
(Oder, wenn die Kantate nicht in einer Thomaskirche gesungen wird:) An diesem Sonntag nach Ostern (bzw. in dieser Zeit nach Ostern) hören wir von einer Begegnung des Thomas mit Jesus. Der Evangelist Johannes berichtet von ihm. Thomas war einer der zwölf Jünger Jesu. Wir wissen nicht, wie er zu Jesus kam und welchen Beruf er hatte. Wir kennen nur ein Stück seines Weges. Wir kennen einige seiner Fragen, und wir haben eine Antwort von ihm - genug, um uns zum Nachdenken über unseren eigenen Weg zu bringen.

3. GEMEINDELIED, VERSE 1 UND 2:
Wir sind eine Gemeinde auf dem Weg,
ein jeder voller Hoffnungen und Fragen -
wie jener Thomas war. Was hat er uns zu sagen?:
Wir sind eine Gemeinde auf dem Weg.

Er war ein Jünger Jesu, hören wir,
war das, was wir uns wünschen und erstreben.
Des Herren Worte gaben Hoffnung ihm zu leben.
Er war ein Jünger Jesu, hören wir.

4. SPRECHER:

Als Jesus erfuhr, dass sein Freund Lazarus krank war, sprach er: "Lasst uns wieder nach Judäa ziehen!" Die Jünger wussten, dass die Gegner Jesu in Jerusalem auf eine Gelegenheit warteten, ihn zum Schweigen zu bringen. Deshalb gaben sie Jesus zu bedenken: "Meister, vor kurzem wollten einige Juden dich steinigen, und du willst wieder dahin ziehen?" Jesus blieb aber bei seiner Absicht, nach Judäa zu ziehen, weil er von der Richtigkeit seines Weges überzeugt war. Da sprach Thomas zu den anderen Jüngern:

5. CHOR:

"Lasst uns mitziehen, dass wir mit ihm sterben!"

6. GEMEINDELIED VERS 3:

Er dachte: Wenn ich mitgeh’, scheitre ich -
und wollte Jesus mit zum Kreuz begleiten.
Wie viele Christen sehn als Zukunft dunkle Zeiten!
Er dachte: Wenn ich mitgeh’, scheitre ich.

7. SPRECHER:

Die Jünger Jesu dachten an Scheitern. Sie sahen keinen gangbaren Weg mehr. Da sprach Jesus zu ihnen vom Weg und vom Vater, bei dem der Weg endet. Er hoffte, die Jünger würden endlich begreifen, dass seine Wahrheit nie ausweglos sein kann. Thomas aber sprach:

8. CHOR:

"Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst; wie können wir denn den Weg wissen?"

9. SPRECHER:

Jesus spricht zu ihm: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; nur durch mich kann man zum Vater kommen. Wenn ihr mich kennt, werdet ihr auch meinen Vater kennen. Von jetzt an kennt ihr ihn und habt ihn sogar gesehen."

10. GEMEINDELIED VERS 4:

Wir kennen ihn und haben ihn gesehn:
den Vater. Wenn wir scheitern, schenkt er Leben.
Mit Jesus mitgehn, das heißt: Nehmen - und nicht: Geben.
Wir kennen ihn und haben ihn gesehn.

11. SPRECHER:

Bei der Kreuzigung Jesu zeigte sich, dass Thomas sich zuviel vorgenommen hatte: Er selbst floh und alle anderen Jünger auch. Keiner von ihnen starb mit Jesus. Aber die Jünger kamen wieder zusammen. Es war das Scheitern Jesu am Kreuz, das sie weglaufen ließ. Und es war die Wahrheit Jesu, die sie zusammenhielt. Dann kam die Erfahrung, die größer ist als alles Scheitern: Der auferstandene Christus trat mit seinem Frieden unter sie. Nur Thomas war nicht anwesend. Als die anderen Jünger ihm sagten: "Wir haben den Herrn gesehen!", sprach er zu ihnen: "Ich glaube es nicht, solange ich nicht die Spuren von den Nägeln an seinen Händen sehe. Ich will erst mit meinem Finger die Spuren von den Nägeln fühlen und meine Hand in seine Seitenwunde legen."
Eine Woche später waren die Jünger wieder im Haus versammelt, und Thomas war bei ihnen. Die Türen waren abgeschlossen. Aber Jesus kam, trat in ihre Mitte und sagte: "Friede sei mit euch!" Dann wandte er sich an Thomas: "Lege deinen Finger hierher und sieh dir meine Hände an! Und nimm deine Hand und leg sie hier in meine Seitenwunde! Und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!" Da antwortete Thomas: "Mein Herr und mein Gott!" Spricht Jesus zu ihm: "Glaubst du, Thomas, weil du mich gesehen hast? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!"

12. CHOR mit Basssolo:

"Mein Herr und mein Gott!" - "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben."

13. GEMEINDELIED, VERSE 5-7:

Wenn mich der Zweifel plagt, Herr, zeige dich!
Wenn ich versprech und kann es dann nicht halten,
wenn ich den Weg aufgeb, mich beuge den Gewalten.
Wenn mich der Zweifel plagt, Herr, zeige dich!

Lass mich bekennen, wie es Thomas tat,
dass Menschen Wahrheit, Weg und Leben sehen,
das Scheitern hinter sich, den Weg zum Frieden gehen.
Lass mich bekennen, wie es Thomas tat.

Mein Herr, du führst mich hin zu meinem Gott.
Mein Herr, mein Gott, ich freu mich ohne Maßen!
Die Freude soll mein Leben lang nicht von mir lassen!
Mein Herr, du führst mich hin zu meinem Gott.

CHOR: AMEN.

NOTEN

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