Erklärungen zu den Bildern

Bild 1:

Papyrus P 52 (Teile von Joh 18,31-33 ist das älteste bekannte Fragment des NT, vielleicht um 125 n. Chr. Es ist in der John Ryland´s Bibliothek enthalten. Und so lautet der vollkommene Text bei Johannes:

31 Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten.
32 So sollte das Wort Jesu erfüllt werden, das er gesagt hatte, um anzuzeigen, welchen Todes er sterben würde. 33 Da ging Pilatus wieder hinein ins Praetorium und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König der Juden?

Die hervorgehobenen Worte weisen auf die alttestamentliche Geschichte hin, wo Mose eine erzene Schlange als Hilfezeichen Gottes gegen den Tod vieler Israeliten beim Auszug aus Ägypten hoch aufrichtet, damit Menschen am Leben bleiben (4. Mose 21,4-9).
Jesus erklärt mit dieser Geschichte seinen eigenen Hilfe und Leben bringenden Tod am hoch aufgerichteten Kreuz: Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben (Joh 3,14).
Mit den hervorgehobenen Worten bezieht sich Jesus auf Gottes Zusage, seinen Knecht zu erhöhen und zu verherrlichen: Siehe, meinem Knecht wird's gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein. Wie sich viele über ihn entsetzten... (Jes 52,13f)
Im Aufsatz "Targum und Johannesevangelium" z.B. erfährt man mehr über den alttestamentlichen Hintergrund.
Und so können Sie weiter auf die Suche gehen: Geben Sie in die Suchmaske z.B. "Targum" ein oder 52,13 oder 3,14 oder 21,9.

Bild 2a: Tilman Riemenschneider: Evangelist Johannes

So sah Johannes aus? Welcher Johannes? Der Jünger Jesu und Augenzeuge? Oder der Evangelist Johannes? Nein, in Wirklichkeit sah keiner von  beiden so aus.
Ja, er sah so aus, denn Riemenschneider hat aus Meditation des Johannes der Evangelien diese Skulptur erschaffen. Wir erkennen aus unserer eigenen Begegnung mit dem Evangelisten diesen in der Skulptur wieder.
Der Evangelist, den wir Johannes nennen, hat selber aus Meditation synoptischer Überlieferung eines Vierten Synoptikers und alttestamentlicher Aussagen Jesus in Reden zum Sprechen gebracht. So hat Jesus gesprochen? Nein, denn wir kennen aus den anderen Evangelien Jesu Sprechweise. Ja, so hat Jesus gesprochen wie im Johannesevangelium. Wir erkennen aus unserer eigenen Begegnung mit Jesus diesen in den Reden des Johannesevangeliums wieder. Vielleicht rufen Sie über SUCHEN einmal SONDERSPRACHE auf und VIERTES (4.) SYNOPTISCHES EVANGELIUM (vierter Synoptiker), wenn Sie sich dem Geheimnis des Johannesevangeliums weiter nähern wollen.

Johannes von Tilman Riemenschneider (ca. 1460-1531). 1490-1492
Staatliche Museen in Berlin, Skulpturensammlung.

Bild 2b: Icône sur la Corse
von Photo Gerhard Wangemann

Le prophète Esaïe est représenté sur ce tableau. Il voit le KYRIOS.
Le prophète ne peut pas avoir vu du Dieu lui-même. Après la compréhension de l'évangéliste Jean, KYRIOS signifie le Messie.Targum et LXX ont préparé cette compréhension.

Esaïe a entendu une conversation ensuite. Le Dieu demande qui veut être son messager. Il demande qui il doit envoyer.

Esaïe entend une réponse: Je suis là. Envoie-moi. (à cause de cela Jésus devient appelé dans l’Évangile selon saint Jean envoyé). Il doit exécuter l’ordre de Esaïe 6, 8-10.  

Lisez plus sur cela dans l'article français: Comme l'évangéliste Jean a lu Esaïe 6 selon Jean 12,37ss

Je n'ai jamais appris malheureusement la langue française dans l'école. J'essaye maintenant de rattraper.

Bild 2c: eigenes Foto eines jemenitischen Zierschwertes s. Ps 45

Als man darüber aus aktuellem Anlass diskutierte, ob man am Sabbat Krieg führen dürfe, wiesen einige rabbinische Gelehrte darauf hin, dass ja der (messianische) König in Ps 45 ein Schwert umgürten solle. Was der Messias einmal tun würde, wenn er kommt, dürfe man jetzt auch am Sabbat tun. Die andere Gruppe rabbinischer Gelehrter betonten, dass es sich bei dem Schwert um ein Zierschwert handle. Mit einem Zierschwert kann man nicht kämpfen. Also darf man es auch am Sabbat nicht. Der Evangelist Johannes zeigt Jesus vor Pilatus als König, der für die Wahrheit "zeugen" soll. Er ist kein König, der kämpft und vor dem sich Pilatus und die Römer fürchten müssen.

Bild 2  www.virtheo.de/typo3temp/pics/6a2a893dc0.jpg

R. Bultmann, 1884-1976. Beeinflusst von der Existenzphilosophie M. Heideggers, hat ihn das Johannesevangelium besonders angezogen, weil bei Johannes das „Jetzt – nun“, die jetzige Existenz und Entscheidung so wichtig ist – besonders in den johanneischen Reden, die Bultmann sehr genau analysiert und auf dem Hintergrund der Gnosis gesehen hat.

Bild 3 (Titelbild des Buches JOCHANAN - s. Einführung):

© Großes Licht – Betonbildstein von Benedikt Werner Traut. Hervorgegangen aus der Christusbruderschaft in Selbitz/Ofr., lebt der Künstler jetzt in Gundelfingen bei Freiburg/Breisgau, Gewerbestr. Das Bild ist enthalten in „Meditationsbilder. Evang. Bildungswerk Essen, 1982.
Die Nutzung seiner Bilder ist mir von Bruder Benedikt schriftlich erteilt worden.

Bild 4 (Titelbild des Buches "Zugänge"):

© In den Tiefen der Erde 1968 – Farbmonotypie von Benedikt Werner Traut. Enthalten in: Dr. Günter Reim: Bruder Benedikt Werner Traut – Künstler in der Christusbruderschaft, in: „das münster“ Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft Zürich, 4/1981 S. 311 – 320. Dort finden sich eine Reihe weiterer eindrucksvoller Abbildungen.

Bild 5:

Altes Foto des Autors der homepage von seinem Freund Reinhold Autenrieth aufgenommen

Bild 6:

Beckmann: Jesus und Pilatus und Meditation, © 1946, Kunsthalle Bremen (Bild: EG S. 626) Meine Meditation zu diesem Bild ist enthalten in: Die Bilder im (Bayerischen) Gesangbuch. Beschreibung – Kontext – Zugänge, Erlangen 1995.
http://www.moma.org/collection/browse_results.php?object_id=59545

Ich habe zu Bildern im Gesangbuch noch 5 weitere Meditationen geschrieben:

Bild 7 Gejagte Frau mit Kindern. Herkunft des Bildes unbekannt. (im Buch "Zugänge zum Johannesevangelium):

Wer Unschuldige verfolgt und tötet, ist nach jüdischer und johanneischer Auffassung Kind des Teufels. Johannes schreibt aus der Sicht verfolgter Christen, die sogar den Tod zu gewärtigen haben (Joh 16,2f).
Frau mit Kindern im KZ. Als 9-Jähriger habe ich auf der Flucht von Schlesien durch die Tschechoslowakei um den 15.2.1945 bei Jitschin einen große Menge sich hinschleppender KZ-Häftlinge gesehen. Als einer von ihnen vor Entkräftung stürzte und ich dachte, ein deutscher Soldat, der den Zug begleitete, würde dem Gefallenen aufhelfen, sah ich zu meinem großen Entsetzen, dass der Soldat sein Gewehr umdrehte, auf den Liegenden einschlug, bis zwei Mitgefangene dem Misshandelten zu Hilfe kamen und ihn mit sich weiter schleppten. Die Flucht meiner Mutter mit ihren vier Kindern zwischen 3 und 12 Jahren führte schließlich nach Leipzig. Das Bild des Misshandelten ist sicher ein Grund für meine intensive Beschäftigung mit Joh 8,44 und für Begegnungen mit Juden unserer Zeit.

Bild 8 Massenmord (Herkunft des Bildes mir unbekannt):

Kain hat auch eine andere Möglichkeit als zu morden, wie auf diesem Bild des Grauens und der Entmenschlichung: Ich traf in Birmingham/GB auf den lettischen (litauischen?) Mann einer deutschen Frau. Er erzählte mir von seiner beschlossenen Hinrichtung. Als Partisan der Russen angeklagt, sollte ein deutscher Soldat ihn erschießen. Der Verurteilte sollte sein eigenes Grab graben. Während er das tat, traten dem Soldaten Schweißperlen auf die Stirn. Plötzlich sagte er zu dem Todeskandidaten: Lauf! Es hat jemand für dich gebetet. – Da bin ich gelaufen und nun sitze ich hier.

Bild 9 ("Orts-")Schild? (Herkunft des Bildes mir unbekannt):

In vielen Dörfern Frankens gab es z. T. viele Juden seit Jahrhunderten. Auf dem Schild wird das Wort aus Joh 8,44 – euer Vater ist der Teufel – vollkommen falsch, verallgemeinernd, wiedergegeben: Der Vater der (= aller) Juden ist der Teufel. Der Evangelist hat in Joh 8,44 nur an einige töten wollende Juden gedacht.